Binnenschifffahrt – ein Beruf bei dem man herumkommt

Binnenschifffahrt – ein Beruf bei dem man herumkommt

Binnenschifffahrt – ein Beruf bei dem man herumkommt

Schon bevor ich beschlossen habe digitale Nomadin zu werden, hatte ich einen Beruf der mich herum gebracht hat, nämlich Binnenschifferin. Fünf Jahre bin ich auf den Flüssen Mitteleuropas gefahren und sozusagen nomadisch unterwegs gewesen. Als Frau ist der Einstieg in den Beruf nicht ganz so leicht, es lohnt sich aber.

Sonnenuntergang vom Schiff
Sonnenuntergang vom Schiff

Ausbildung zur Binnenschifferin

Ich suchte für meine Ausbildung bewusst einen Beruf, bei dem ich viel unterwegs bin, denn ohne regelmäßige Ortswechsel geht es bei mir nicht. Zuletzt schwankte ich zwischen Seeschifffahrt und Binnenschifffahrt.
Um in die Seefahrt einzusteigen braucht es ein Nautisches Studium, was länger dauert als die Ausbildung in der Binnenschifffahrt, außerdem sind die Zeiten an Bord doch etwas lang. Oft ist man in der Seefahrt für 3 Monate oder länger am Stück an Bord bevor man wieder Freischicht hat. In der Binnenschifffahrt begrenzt sich das meistens auf 2 bis 3 Wochen am Stück, wobei das auch sehr unterschiedlich ist, von Arbeitgeber zu Arbeitgeber.
Begonnen hat alles mit einem zweiwöchigen Praktikum auf dem Frachschiff „Willi Raab“. Danach war mir klar, das ist mein Beruf.

5 Jahre Binnenschifffahrt

3 Jahre dauerte die Ausbildung. Das erste Jahr war ich auf einem Schubschiff zwischen Duisburg und Rotterdam/Amsterdam unterwegs, Kohle und Erz für die Kraftwerke fahren. Das zweite Jahr war ich auf einem Frachtschiff als ‚Schiffsmädchen‘ („Schiffsjunge/-mädchen“ ist Bezeichnung für Auszubildende in der Binnenschifffahrt) unterwegs. Wir fuhren auf dem Rhein von Mannheim bis zum offenen Meer, auf der Mosel bis nach Frankreich, über den Main und Main-Donau-Kanal auf die Donau nach Österreich und bis nach Ungarn. Zwischendurch, für drei Monate im Jahr, ging es auf die Binnenschifferschule in Duisburg. Duisburg hat den größten Binnenhafen Europas, weswegen hier auch eine der beiden Binnenschifferschulen Deutschlands ist.

Erfahrungen

Seid ca. zwei Jahren bin ich jetzt Matrosin. Während meiner Zeit an Bord habe ich viele neue Erfahrungen sammeln können. Es gab oft Momente, wo ich an meine eigenen Grenzen gekommen bin, während meiner Ausbildung, auch weil ich vorher kaum körperlich anstrengende Tätigkeiten ausgeübt hatte. Es gibt viele Situationen die viel Mut und auch viel Vertauen in seine Kollegen fordern(und ich bin jemand der nicht leicht anderen Menschen vertraut). Aber es ist um so schöner, wenn man dran bleibt und weiter macht und es dann doch schafft. Ich habe viele Dinge gemacht, bei denen ich mir früher nie vorstellen hätte können, sowas mal zu machen. Was ich auch gelernt habe ist, das die Barriere oft nur im Kopf ist. Das man denkt, man kann das und das nicht, weil man nicht stark genug ist oder weil andere sagen das man das nicht kann. Was man nicht mit Stärke schafft, kann man mit Technik machen. Man muss es nur machen, immer wieder probieren bis es geht.
Durchhaltevermögen, Einsatzbereitschaft und Ehrgeiz, das ist wichtig in der Schifffahrt.


MfG
Shi

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