Weitwandern auf dem EB

Weitwandern auf dem EB

Zur Zeit weitwandere ich auf dem EB. Hier erkläre ich, was es mit dem Weitwandern auf sich hat.

Was ist der EB?

Wegweiser in Limbach Weitwandern von Eisenach nach Budapest
Wegweiser in Limbach Weitwandern von Eisenach nach Budapest

EB ist die Abkürzung für den Weitwanderweg, der „Internationaler Bergwanderweg der Freundschaft Eisenach – Budapest“ heißt.
Der Weg führt von der Wartburg in Eisenach, in Thüringen, über Thüringen, Sachsen, Tschechien, Polen und die Slowakei nach Ungarn, in die Hauptstadt Budapest. Er ist insgesamt ca. 2700 Kilometer lang.

Was ist ein Weitwanderweg?

Ein Weitwanderweg, ist ein Streckenwanderweg, der mehrere hundert, oder gar tausend Kilometer lang sein kann. Damit ist er nicht an einem Tag zu bewältigen. Man braucht schon einige Tage oder Wochen, um einen Weitwanderweg von Start bis Ziel zu begehen. Man kann natürlich auch nur einen Teil eines Weitwanderweges begehen oder in Etappen laufen, was sehr viele machen.

Wieso läuft man auf so einem Weg, wenn man mit Auto/Bahn/Flugzeug viel schneller wäre, zumal der Wanderweg auch nicht auf dem direktesten Wege nach Budapest führt?

Das Weitwandern ist für mich eine Art zu mir selbst zu finden. Diese Wege führen einen weit ab von der Zivilisation, in die Natur, wo man für sich viel nachdenken kann. Auf normalen Rundwanderwegen ist es nur bedingt möglich, wirklich alleine zu sein, ohne eine Spur von Menschen. Oft erkennt man, das man wieder in die Nähe einer Siedlung kommt als erstes an dem Müll, der an den Wegrändern rumliegt.

Thüringer Wald
Thüringer Wald

Dadurch das man weiter in die Natur hineinkommt, hat man auch öfters die Möglichkeit, Tiere zu beobachten, die man sonst kaum zu Gesicht bekommt. Die Bewegung tut einem gut, genuso wie die frische, nicht von Abgasen verpestete Luft.
Weitwandern mit seinem ganzen Hab und Gut im Wanderrucksack macht einen fit und gesund, körperlich wie auch geistig.
Auch lernt man zu schätzen, was man sonst als alltäglich abtut. So schmeckt die warme Mahlzeit, nach zwei Tagen im Wald, während denen man nur bedingt Essen aufwärmen kann, gleich doppelt so gut.

Weitwandern: Der Weg ist das Ziel

Man muss sich einschränken, wirklich überlegen, was wirklich benötigt wird und was unnötig ist und nur Ballast ist.
Zuletzt lernt man, in sich selbst hinein zu hören. Man muss sich mit sich selbst beschäftigen, um zu wissen, wie weit man es an einem Tag schaffen kann, ob der Körper eine Pause braucht. Man kann natürlich versuchen, in den ersten zwei Tagen so viel Weg wie möglich hinter sich zu bringen. Das rächt sich in den folgenden Tagen. Bei einer langen Wanderung muss man seine Kräfte über die Tage einteilen. Sonst macht der Körper irgendwann nicht mehr mit.
Durchhaltevermögen und Trittsicherheit sind auch zwei Fähigkeiten, die durch eine Weitwanderung gefördert werden, genauso wie Willenskraft und Ausdauer.

Bei einer Weitwanderung ist der Weg das Ziel. Durch den Weg, den man geht, entwickelt man sich selber weiter. Man wächst an der Herausforderung, ja man wächst über sich selbst hinaus.


Hier habe ich von unterwegs, zwischen Oberhof und Saalfeld, geschrieben: Wandern entlang des Rennsteigs

Und hier ist der deutschsprachige Wikipediaartikel über den EB: EB auf Wikipedia

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